Die Bedrohung durch Cyberkriminalität in Deutschland ist nie höher – EURACTIV.com

Die Bedrohungslage für die IT-Sicherheit in Deutschland ist höher denn je. Laut einem am Donnerstag, 21. Oktober, veröffentlichten Bericht des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zur IT-Sicherheitslage 2021 wächst die Zahl der Cyber-Bedrohungen und Cyberkriminelle professionalisieren sich.

„Wir schreiben rote Zahlen für die Computersicherheit, zumindest in einigen Bereichen. Unser Lagebericht zeigt dies sehr deutlich.sagte BSI-Präsident Arne Schönbom auf der Pressekonferenz.

Der Bericht zeigt eine deutliche Ausweitung der Erpressungstechniken der Cyberkriminalität, die als Erpressungsvirenangriffe bekannt sind, sowie eine dramatische Zunahme neuer Varianten von Malware, Software, die entwickelt wurde, um ein Computersystem zu verhindern, zu stören oder unbefugten Zugriff darauf zu erlangen.

Zwischen Mai 2020 und Mai 2021 wurden 144 Millionen neue Varianten identifiziert, 22 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Im gleichen Zeitraum verzeichnete das BSI auch einen exponentiellen Anstieg von Roboterinfektionen, die von Cyberkriminellen genutzt werden, um Fernzugriff auf Computersysteme zu erlangen, Spam zu versenden oder Online-Dienste massiv zu stören.

Innenminister Horst Seoferer geht davon aus, dass die Bedrohung in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird, da die zunehmende globale Digitalisierung mehr Angriffsmöglichkeiten für Cyberkriminelle bietet.

Warum dieser Anstieg?

Hauptgründe für diesen Anstieg sind laut einem BSI-Bericht die zunehmende Professionalisierung von Cyberkriminellen, die Verbreitung digitaler Netze und die Verbreitung von Schwachstellen in Computerprodukten.

Diese Professionalisierung spiegelt sich in der Verbreitung immer ausgefeilterer Dienstleistungsprodukte wider, die unter anderem illegal im Dark Web angeboten werden. Dies führe zu einer Steigerung der Qualität von Cyberangriffen, deren Auswirkungen auch dramatischer werden, heißt es in dem Bericht.

Die Bedrohung wird auch durch die zunehmende Vernetzung verschärft, da „Sucht und die daraus resultierenden Schwierigkeiten bergen erhebliche Gefahren“, sagte Herr Schenbom.

Auch Schwachstellen in IT-Produkten seien Anlass zur Sorge, da Angriffe auf IT-Dienstleister eine Kettenreaktion auslösen könnten, so der BSI-Bericht weiter.

Dies gilt beispielsweise für eine Schwachstelle in Microsoft Exchange Server, die im Dezember 2020 entdeckt wurde. Dem Bericht zufolge waren 98% aller getesteten Systeme solchen Schwachstellen ausgesetzt.

Auch der Digitalverband Bitkom schlägt Alarm.

„Die Kraft, mit der disruptive Virusangriffe unsere Wirtschaft erschüttern, ist alarmierend und betrifft Unternehmen aller Branchen und Größen.“, sagte Susanne Dehmel, Mitglied des Bitkom-Vorstands.

Laut einer Bitkom-Studie ist der Schaden durch Cyberangriffe und Erpressung seit 2019 um 358% gestiegen. Gleichzeitig sind 86 % der deutschen Unternehmen bereits Ziel von Cyber-Angriffen, und jedes Zehnte sieht deren Existenz. von möglichen zukünftigen Angriffen bedroht.

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Zeopher sagte, die scheidende konservative Regierung habe es versucht „Cybersicherheit im Land massiv stärken“, bezogen auf das im Mai verabschiedete IT-Sicherheitsgesetz 2.0, das die Zahl der Mitarbeiter des BSI erhöht und ihm neue Befugnisse verleiht.

Zwischen Juni 2020 und Mai 2021 wurden 44.000 mit Malware infizierte E-Mails in Regierungsnetzwerken abgefangen, und die Regierung sperrte auch 74.000 Websites für Malware.

Da der Bericht jedoch eine Verschlechterung der Bedrohungslage in den kommenden Jahren prognostiziert, besteht weiterer politischer Handlungsbedarf.

„Wir können nicht weitermachen wie bisher. Informationssicherheit ist eine Voraussetzung für eine erfolgreiche und nachhaltige Digitalisierung.sagte BSI-Präsident Shenbom.

Auch die Internet Environment Association hat zu verstärkten Anstrengungen aufgerufen.

„IT-Sicherheit muss für den privaten und öffentlichen Sektor noch stärker als bisher priorisiert werden“, sagte EURACTIV Norberts Pohlmans, Mitglied des Eco-IT Security Directors Board.

Cyber-Sicherheit muss für die nächste deutsche Koalition oberste Priorität haben. auch wenn die Digitalisierung ein Erfolg ist Fortsetzung Herr Polman.

Die Sozialdemokraten (SPD), die Wirtschaftsliberalen und die Grünen werden vor den Koalitionsgesprächen am Donnerstag eine sogenannte Koalition bilden.„Ampel“– vereinbart, sich auf die Verbesserung der Fähigkeiten und Strukturen zum Schutz vor Cyberangriffen zu konzentrieren und die Cybersicherheit auf einer neuen Rechtsgrundlage einzuführen.

Auch eine weitere Ausweitung des Mandats des BSI scheint möglich. Mario Brandenburg, technologiepolitischer Sprecher der FDP, forderte vom BSI, ein unabhängiges Gremium zu werden und auf Risikosituationen schneller reagieren zu können.

Baldric Schreiber

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