Nord Stream 2: Schaden durch Angela Merkel Deutschland DW

Putins Kurs gegen die deutsche und europäische Klimapolitik liegt auf dem Tisch. Die Verbraucher und die nächste Bundesregierung haben das Recht zu entscheiden, wer gewinnt: Erliegen wir dem süßen Gift des billigen russischen Gases oder baut Deutschland seine erneuerbaren Energieressourcen zügig auf, um das klimaschädliche Gas zu bekämpfen?

Der außenpolitische Schaden kann nur mit einer ebenso klaren Linie behoben werden. Der Bau einer deutsch-russischen Gaspipeline durch Gazprom hat Europa und den Westen geteilt. Für den außenpolitischen Schaden ist die Bundeskanzlerin mit ihrem üblichen Argument verantwortlich, es handele sich um ein rein wirtschaftliches Projekt: Es geschah gegen den Willen des Europäischen Parlaments, gegen das skandinavische Drängen ihrer engsten Freunde wie Frankreich. Länder, die baltischen Staaten und vor allem Polen. Und schließlich gegen den Willen des US-Kongresses.

Diese Berlin-Politik hat sich von der bisher glaubwürdigen Konstanz deutscher Außenpolitik verabschiedet: Unter William Brendt (SPD) oder Helmut Kohl (CDU) belegte Deutschland neben seinen Freunden und Gleichgesinnten den ersten Platz. Ihre Interessen wurden in der Nähe und von dort aus verwirklicht. Dies galt auch dann, wenn Großbritannien und Frankreich Zweifel an der Vereinigung Deutschlands hatten. Erst war Paris überzeugt, dann kam der Zwei-plus-Vier-Vertrag.

Frank Hoffman, DW-Korrespondent in Kiew, Ukraine.

Manöver von Angela Merkel

Andererseits kann Merkels Vorgehen in Bezug auf diese russische Gaspipeline nur als verzweifeltes Manöver gesehen werden, um irgendwie aus einem unlösbaren Dilemma herauszukommen. Putin und seine Anhänger bauen als geopolitische Maßnahme Gaspipelines, auch um die Ukraine zu erpressen.

Deutschland und die scheidende Kanzlerin können sich freuen, dass Washingtons Außenpolitiker nach Trumps dunklen Jahren einen Ausweg aus dem Sumpf aufgezeigt haben. Auch gegen eine Zwei-Parteien-Mehrheit im US-Kongress. Das große Prestige Merkels in den hohen politischen Kreisen der amerikanischen Hauptstadt hat sicherlich dazu beigetragen. Und dass sie durch ihre Arbeit im Minsker Prozess an der Ostfront der Ukraine Leben gerettet hat, bedeutet, dass in Kiew zumindest das restliche Vertrauen in sie erhalten bleibt. Aber nichts anderes.

Deutschland muss nachkommen

Deutschland muss künftig eine stabile und glaubwürdige Außenpolitik verfolgen und zurückkehren. Die Nord Stream 2-Betriebslizenz sollte die einzige mit einer ausdrücklichen Vereinbarung sein, die garantiert, dass Russland der Ukraine als Gastransitland über die nach 2024 auslaufenden Russland-Ukraine-Abkommen hinaus keinen finanziellen Schaden zufügen kann.

Berlin muss in erster Linie die geopolitische Naivität der letzten Jahre loswerden und gemeinsam mit seinen Freunden in Paris die gemeinsamen Interessen Europas vertreten. Es bedeutet auch, den Lubminer Gashahn am Fuße Pommerns so zu nutzen, wie er ist. Sie ist nicht nur ein technisches Glied in einer rein wirtschaftlichen Projektkette, sondern ein Instrument der geopolitischen Macht. Es funktioniert in zwei Richtungen: es öffnet und schließt.

Daran hat sich nichts geändert, seit das deutsche Unternehmen Mannesmann in den 1970er Jahren erstmals Rohre in Moskau verkaufte. Sie verfolgten mit dem Ansatz William Brendts eine Politik des Wandels und waren eines der vielen Elemente, die den Ostdeutschen schließlich den Ausbruch ermöglichten. frei vom SED-Modus. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass insbesondere Angela Merkel dies nicht von Anfang an gesehen hat.

(gg)

Baldric Schreiber

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