Es ist Zeit, Cannabis in Deutschland zu legalisieren Deutschland DW

Ich möchte Sie zu einem Brainstorming über die Bedeutung und Sinnlosigkeit des Cannabisverbots einladen. Stellen Sie sich vor, Sie kaufen Alkohol in einem Supermarkt, aber es gibt nur Regale mit leeren, unbeschrifteten Flaschen. Bestenfalls zeigen die Form der Flaschen und die Farbe der Flüssigkeiten, was drin ist. Vielleicht ist es ein 20 Jahre alter Whisky, vielleicht ist es ein gereiftes Bier oder sogar ein selbstgemachtes Getränk mit einem hohen Alkoholanteil, das Blindheit verursachen kann. Außerdem befindet sich der Supermarkt an einem der dunkelsten und gefährlichsten Orte der Stadt.

Es ist klar, dass diese Form der Kommerzialisierung weder der öffentlichen Gesundheit noch insbesondere dem Jugendschutz dient. Ähnliches geschieht jedoch mit der Situation von Cannabiskonsumenten. Umfragen zufolge hat etwa jeder Dritte in Deutschland mindestens einmal in seinem Leben illegale Drogen konsumiert, wobei Cannabis mit Abstand am weitesten verbreitet ist. Doch eine längst überholte Gesetzgebung hat jeden, der Marihuana rauchen will, gezwungen, Aktien auf dem undurchsichtigen und undurchsichtigen Schwarzmarkt zu kaufen: keine Kontrolle über die Qualität, den Gehalt an Wirkstoffen, Mischungen und Hilfsstoffen, und organisierte Kriminalität zum Verkauf.

Der Krieg gegen Drogen ist ein Krieg gegen die Verbraucher

Hinzu kommt die Androhung von Strafen. Und dass dies keine leeren Drohungen sind, heißt es im aktuellen Bericht des Bundeskriminalamts zur Drogenkriminalität. Von den rund 400.000 registrierten Drogendelikten sind 75 Prozent „Drogenkriminalität“. Allein diese Zahlen zeigen, dass der Krieg gegen Drogen in Deutschland vor allem ein Krieg gegen Drogenkonsumenten ist. Ein Krieg mit erheblichen Nebenwirkungen, der nicht gewonnen werden kann. Die Absurdität des Ziels einer drogenfreien Gesellschaft zeigt sich daran, dass Drogen auch in totalitären Staaten oder Gefängnissen verfügbar sind. HIV-Infektionen.Es ist zweifellos der beste Schutz vor Infektionen .Aber kaum jemand möchte ohne sexuelle Aktivität leben.Aufklärung und Kondomverteilung leisten diesbezüglich mehr.

Matthias von Hein, DW-Journalist.

Die gute Nachricht ist daher, dass sich die Verhandlungsführer der entstehenden deutschen Regierungskoalition offenbar darauf geeinigt haben, Cannabis zu legalisieren und seinen Handel zu legalisieren. Dies war ein begrüßenswerter Schritt, da sich die Positionen der Grünen, der Liberaldemokratischen Partei (FDP) und der Sozialdemokratischen Partei (SPD) schon lange vor der Bundestagswahl angenähert hatten. Diese Entscheidung markierte die Distanzierung traditioneller Dogmen und die Anerkennung einer komplexen Realität. Und es ist so, dass der Konsum von Marihuana trotz der Verbote weit verbreitet ist, vor allem bei jungen Leuten, die die Verteidiger eigentlich mit ihrer Politik schützen wollten. Cannabis hat die deutsche Gesellschaft längst erreicht. Die moderne Drogenpolitik versucht, dieser Situation mit Bedacht zu begegnen. Es kriminalisiert Verbraucher nicht, es schützt sie: Es funktioniert, um herauszufinden, ob Hilfe benötigt wird. Denn natürlich ist Cannabis nicht ungefährlich. Wie jede andere potente Substanz birgt Cannabis Risiken und Nebenwirkungen.

Menschen können jedoch lernen, mit diesen Risiken umzugehen, sie können sich für den Konsum von Drogen qualifizieren, so wie es die meisten Menschen mit Alkohol und die meisten Cannabiskonsumenten tun. Diese Wettbewerbe wachsen am besten in einem Umfeld, das nicht von Tabus und Bestrafungen geprägt ist, die Drogen nicht generell verurteilen, sondern sich der Gefahren mit nüchternem Blick bewusst sind: erkennen, dass sie auch positive Aspekte haben können, wie zum Beispiel Genuss und Wissen. , Ekstase, Heilung. Es geht darum, Risiken zu reduzieren.

Prävention finanziert sich selbst

Daher ist der richtige Ansatz nicht nur die Entkriminalisierung des Konsums. Cannabiskonsumenten müssen auch einen sicheren und legalen Weg haben, um die Substanz zu erhalten. Als Vater von drei Kindern ziehe ich es vor, dass der Staat oder seine kontrollierten Unternehmen am Drogenhandel beteiligt sind und nicht an der organisierten Kriminalität. Die gleiche Legalisierung und Regulierung des Cannabishandels würde Geld für umfassende Präventions- und Hilfsprogramme einbringen. Eine aktuelle Studie der Universität Düsseldorf schätzt die Einnahmen aus der Cannabissteuer und die in Strafverfahren eingesparten Gelder auf knapp fünf Milliarden Euro pro Jahr.

Die Legalisierung von Cannabis ist nicht nur ein Problem der öffentlichen Gesundheit. Dies ist im Wesentlichen eine Frage der Bürgerrechte. Eine Gesellschaft, die sich Vielfalt zum Motto gemacht hat, muss auch jemanden tolerieren, der nach der Arbeitszeit lieber Snacks als Bier isst.

(cp / ms)

Baldric Schreiber

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