Reden wir über Impfpflicht und Sputnik V, rief der deutsche Ministerpräsident

Sachsens erster Ministerpräsident Michael Kretschmer von der CDU schloss in dieser Woche eine Impfpflicht nicht aus. Ein solches Thema liegt seiner Meinung nach noch nicht auf dem Tisch, sollte aber nicht automatisch und vorschnell abgelehnt werden.

„Lass uns im Sommer Spaß haben“

Zu den Impfpflichten des sächsischen Politikers erwähnt bereits im Wochenendinterview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Das Thema sollte im Sommer wieder aufgegriffen werden. „Wenn 60, 70 Prozent der Menschen geimpft sind, können wir wieder über Impfpflichten sprechen. In dieser Zeit werden wir viele Erfahrungen sammeln“, sagte der Politiker.

Nach Ansicht des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder von der CSU müsse man nun auf freiwillige Impfstoffe setzen, da dies keine Unterstützung für die Gesellschaft bedeuten würde. Impfpflicht nicht empfohlen noch Bundeskanzlerin Angela Merkel von der CDU. „Wir haben versprochen, dass keine Impfpflicht besteht. Das halte ich bei der allgemein hohen Impfbereitschaft nicht für nötig“, sagte die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Auch die Direktorin des Deutschen Ethikrates, Alena Buyxová, lehnte eine Impfpflicht ab.

Haseloff: Ich hatte den russischen Impfstoff und es geht mir gut

Der Ethikrat muss sich mit der Impfpflicht auseinandersetzen. Das sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff von der CDU diese Woche. „Wir mussten uns in der DDR impfen lassen. Ich habe überlebt.“ er definierte Ministerpräsident der rund zwei Millionen Bundesländer der DDR.

Ein Politiker, der sich Ende Februar solidarisch mit Tschechien bekundete und Hilfe versprach, würde sich auch mit dem russischen Impfstoff Sputnik V impfen lassen: „Wir müssen alles tun, um die Impfung in Deutschland zu beschleunigen“, sagte Funke der Mediengruppe. Am Mittwoch. Haseloff ist derzeit Vorsitzender des Bundesrates, des Oberhauses des Deutschen Bundestages.

„Wir haben kein Problem mit Sputnik V. Als Kind wurde ich mit einem russischen Produkt erfolgreich gegen Polio geimpft“, fügte er dem russischen Impfstoff hinzu. Die Verwendung in Deutschland unterliegt jedoch der Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Sie gab am Donnerstag bekannt, dass sie mit einer laufenden Evaluierung von Sputnik V begonnen habe.

Seit Hunderten von Jahren gibt es Streit um Impfungen.

Öffentliches Recht ARD in diesem Zusammenhang weist sie auf die unterschiedlichen Impfansätze seit der Teilung Deutschlands in West- und Ostdeutschland hin. Die RDA hat seit 1953 eine gesetzliche Impfpflicht. In den 1950er Jahren wurde die Impfpflicht gegen Pocken und Tuberkulose um die Impfung gegen Polio, Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten erweitert. 1970 Impfung gegen Masern. Ungeimpften drohten hohe Geldstrafen.

Statt der Impfpflicht setzte die Bundesrepublik auf die Information und Motivation der Bevölkerung. Bis 1975 war nur die Impfung gegen Pocken obligatorisch. 1983 wurde diese Verpflichtung jedoch abgeschafft.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands war die Impfung bis zum letzten Jahr freiwillig, als die Impfpflicht für nach 1970 geborene Menschen eingeführt wurde. Sie gilt jedoch nur für diejenigen, die in einer Gesundheitseinrichtung arbeiten oder deren Kunden sind.

Die ARD erinnert daran, dass die ersten Impfstreitigkeiten in Deutschland bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. 1807 begann in Hessen die Impfung, 67 Jahre später war die Pockenimpfung Pflicht. Schon damals löste die Impfung in einigen Teilen der Gesellschaft Widerstand aus, und die Argumente über die Schädlichkeit oder Unwirksamkeit des Impfstoffs waren ähnlich wie heute. In Leipzig und Stuttgart trafen sich erstmals 1869 Impfgegner. Zur Zeit der Weimarer Republik zählte der Kaiserliche Impfverein sogar 300.000 Mitglieder.

Baldric Schreiber

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