Der zweite Turova. Polen will im Baltikum einen Riesenhafen bauen, aber die Deutschen ständig

Die deutsche Ostseeinsel Usedom ist gesäumt von breiten Sandstränden. Darauf hocken bunte Weidenkörbe, ein typischer Schutz für lokale Urlauber vor dem scharfen Wind und den Sandkörnern. Auch Kaiser Wilhelm II. mochte den malerischen Ort, doch nun ist er laut Einheimischen vom Aussterben bedroht. Ein paar Kilometer östlich beginnt Polen, wo ein riesiger Containerhafen gebaut werden soll.

„Das müssen wir um jeden Preis verhindern“, sagt Reiner Sauerwein aus Lebensraum Vorpommern, der in die Affäre verwickelt ist, gegenüber Aktuálně.cz. „Wir möchten auf die fortschreitende Industrialisierung in Swinemünde aufmerksam machen, die unsere Natur in der Pommerschen Bucht massiv bedroht, sowie den dort stattfindenden Tourismus mit Respekt für die Umwelt“, fügte er leidenschaftlich hinzu.

Swinemünde, Polen, ist die größte und bevölkerungsreichste Stadt Usedoms und neben dem beliebten Seebad ein wichtiger Frachthafen. Die polnischen Behörden wollen es nun deutlich ausbauen.

Hafenstreit auf der Ostseeinsel Usedom. | Foto: Wikimedia Commons – Alexrk2 – Karte Usedom.png, CC BY-SA 3.0

„Das Terminal am Außenhafen wird die größten Containerschiffe abfertigen können, die in die Ostsee einlaufen können. Seine Infrastruktur wird es ermöglichen, zwei große Seeschiffe und mehrere kleinere Versorgungsschiffe abzufertigen“, teilte der Hafen Stettin mit. umfasst Swinemünde.

Der neue Hafen soll eine Fläche von 700 Fußballfeldern und Unterschlupf für bis zu 400 Meter lange Schiffe haben, schätzt der Server Ed. Alles ist sichtbar auf Deutsch Seebäder Ahlbeck und Heringsdorf.

„Der Strand wäre wohl zwei bis drei Meter schmaler. Davor stünden Panzer, Kräne und alles andere, was zu einem großen Industriehafen gehört“, sagt Hanna Neimane, eine deutsche Abgeordnete der B90/Grünen aus der DDR. die in den Fall eingegriffen hat.

Der Wald würde verschwinden

Polieren Die Partei sucht derzeit einen Investor für den Bau des Projekts, gab im Juli die zweite Ausschreibungsrunde bekannt. Es war nicht das erste erfolgreich. Doch die einheimischen Deutschen randalieren bereits und ihre Einwände erinnern an Argumente zugunsten der tschechisch-polnisch-deutschen Grenzbevölkerung über Warschaus Entscheidung, in Turov weiter Braunkohle zu fördern.

„Wir haben es noch nicht geschafft, dass die Polen die Regierung in Berlin oder die Landesregierung hier in Mecklenburg-Vorpommern um eine gemeinsame Umweltverträglichkeitsprüfung des Hafens bitten“, erklärt Reiner Sauerwein.

Umweltschützer befürchten, dass sehr tiefe Frachtschiffe den Meeresboden verwirbeln und das lokale Ökosystem zerstören. Darüber hinaus ist die Küste der nahe gelegenen Insel Wollin Teil eines strengen europäischen Natura-2000-Gebiets, das den seltensten und am stärksten gefährdeten Tieren und Pflanzen gewidmet ist.

Die sonnige Ostseeinsel Usedom

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Foto: Zeppelubil / Th. Haft / Torgau, CC BY-SA 3.0 unter Verwendung von Wikimedia Commons

Das tschechische Uznojem ist die zweitgrößte Insel Deutschlands, aber ein kleiner Teil davon gehört auch zu Polen. Hier ist ein Teil der polnischen Hafen- und Kurstadt Swinoujście.

Der Ort ist ein beliebtes Touristenziel: Die Sonne scheint auf Ujedom die meisten Stunden des Jahres aus ganz Deutschland. Deshalb wird sie „Sonneninsel“ genannt. Auf dem Bild bezog sich die deutsche Stadt Heringsdorf, die vor 15 Jahren als Dreikaiserbäder bezeichnet wurde, auf eine Reihe von Ferienhäusern für Wilhelm II., den Herrscher des Deutschen Reiches.

„Der Wald von Volyn würde verschwinden. Die Umwelt und der lokale Tourismus würden stark geschädigt“, sagt der Politiker Noiman.

Anwohner sagen, sie versuchen vergeblich, auf die drohende Katastrophe zu achten, sei es bei den Behörden in der Hauptstadt Berlin oder zumindest in der Bundeszentrale. „Wir haben aber bereits zwei Petitionen an die europäischen Institutionen geschickt, die andere ist uns im März dieses Jahres gelungen“, antwortete die EU-Kommission, „ergänzt Sauerwei. Er sagte, es seien mehrere Tausend Menschen auf deutscher Seite.

Auf der Insel Usedom leben etwa 76.000 Einwohner, von denen die meisten in Swinemünde leben.

Europäische Kommission deva Sauerwein und andere glauben, dass die polnische Seite eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen muss. Sie kam zuvor zu dem Schluss, dass Polen dies in einigen Fällen entgegen dem europäischen Recht schlecht abschneidet. Eine davon ist die Braunkohlegrube Turov in der Nähe von Nordböhmen.

„Allerdings liegen der Kommission derzeit keine Anhaltspunkte dafür vor, dass dieses spezielle Projekt in Konflikt geraten würde“, schreibt er in einer Stellungnahme zur Petition.

Sauerwein, Neumann und Kommunalpolitiker versuchen derweil, den Fall nach Hause in Deutschland zu bringen. Auch die Stadt Heringsdorf hat die Stiftung Zukunft Berlin angerufen, die ebenfalls mit dem sächsischen Zittau zusammenarbeitet. Damit wird ein Streit über die Auswirkungen des weiteren Abbaus in den Turov-Minen beigelegt.

„Wir wollen, dass diese Probleme nicht nur in Berlin, sondern auch in Brüssel bekannt werden. Wir halten das für ein Problem: Orte in Europa, die an der ‚Peripherie‘ von Ländern liegen, werden von Gewerkschaften oder einzelnen nationalen Regierungen zu wenig beachtet.“ sagte der Vorstandsvorsitzende des Fonds, Volkers Hassemers.

Er erinnert daran, dass Orte wie die Insel Usedom (einst eine preußische, später eine deutsche und schließlich eine polnisch-deutsche Insel) stark von der Geschichte des 20. Jahrhunderts geprägt waren. „Grenzstädte haben oft gelitten“, erklärt er.

Wegen der Sommerferien beantworteten Politiker in den Gemeinden Albeck und Heringsdorf die gestellten Fragen vor der Veröffentlichung des Artikels nicht. Auch die polnische Hafenbehörde reagierte nicht. Die Ausschreibung für den Bau des neuen Terminals läuft nun noch bis Ende September, bis Ende nächsten Jahres soll die Regierung mit ausgewählten Unternehmen Verhandlungen über den Bau in Warschau aufnehmen. „Nach den geltenden europäischen Vorschriften zur Umweltverträglichkeitsprüfung mussten wir den Polen jetzt unsere Absichten bekannt geben. Und wir sind sehr besorgt, dass sie dies nicht getan haben“, sagte Sauerwein.

Baldric Schreiber

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