Die Berufung vor Gericht hatte Vorrang. Apple muss den App Store noch nicht ändern

Am Donnerstag sollten die neuen Regelungen in Kraft treten, die eine Änderung des App Stores erzwingen würden. Die Entscheidung des Berufungsgerichts vom Mittwoch, mit der die Änderungen verschoben wurden, fiel buchstäblich um fünf Minuten vor Mitternacht.

Darüber hinaus stellte Reuters fest, dass Apple viel Spielraum gewonnen hat. Bis zur Erledigung seines Anspruchs gegen den Vergleich muss das Unternehmen keine Änderungen vornehmen. Und es kann leicht Jahre dauern.

Das erste Urteil wurde im September gefällt. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers machte damals klar, dass Apple bestimmte Regeln für Entwickler lockern soll. Gleichzeitig sagte sie jedoch, der US-Computerriese sei nicht verpflichtet, Zahlungssysteme Dritter auf seinen Einrichtungen zu aktivieren, und könne eine Provision für getätigte Transaktionen erheben.

Die Frage der Gebühren und der Möglichkeit alternativer Zahlungsmethoden auf iPhones und iPads steht im Mittelpunkt des gesamten Rechtsstreits. Das jüngste Gerichtsurteil ersetzt im Wesentlichen nur einen kritischen Teil der offiziellen App Store-Regeln, die es Entwicklern verbieten, Benutzer von anderen Orten zu beraten, an denen sie sich direkt an zahlende Entwickler wenden können, anstatt die Zahlungsmechanismen von Apple zu nutzen.

Dem Richter zufolge konnte das Epic-Games-Studio auch nicht beweisen, dass Apple ein illegales Monopol hatte. Ihr zufolge hat sich das Unternehmen nur wettbewerbsverzerrendes Verhalten nach kalifornischem Recht vorgenommen.

Das Berufungsgericht änderte daher nicht alle bisherigen Entscheidungen, sondern ordnete lediglich die Aussetzung der getroffenen Maßnahmen an. Apple begründete seinen Löschungsantrag damit, dass man „erwartet, dass die Berufung während des Berufungsverfahrens komplett zurückgenommen wird und ihre Einführung im Dezember nicht nur Apple, sondern auch Kunden schaden würde“.

Beispiel für das Spiel Fornite – Kapitel 2

Foto: Archiv der Schöpfer

Der Streit ist letztes Jahr ausgebrochen

Der Streit brach im vergangenen August aus, als das Management von Epic Games beschloss, ganz wahllos gegen die Vorwürfe zu protestieren. Nicht nur gegen Apple, sondern auch gegen Google.

Wenn Spiele oder andere Apps über offizielle Apple- und Google-Stores angeboten werden, berechnen beide Unternehmen 15 bis 30 Prozent Provision auf Transaktionen.

In Fortnite bot das Management von Epic Games den Spielern daher Mitte August eine alternative Zahlungsmethode an, mit der sie die virtuelle Währung V-Bucks, mit der Kleidung, Tänze und andere Ausrüstung gekauft werden, um 20 % günstiger kaufen können.

Die beiden Tech-Giganten reagierten sofort und entfernten Fortnite aus ihrem App Store und Google Play. Darauf hat die Geschäftsführung von Epic Games offenbar gewartet und umgehend Anzeige gegen die beiden Unternehmen wegen Monopolstellung auf dem Mobilfunkmarkt und Positionsmissbrauch erstattet.

Während Google damit ziemlich leicht durchgekommen ist, da Fortnite problemlos über alternative Stores auf Android installiert werden kann, ist dies mit der iOS-Plattform nicht so einfach. Im Wesentlichen geht es darum, einen Jailbreak zu installieren, der die ansonsten eingeschränkten Fähigkeiten von iOS freischaltet. Aber das führt dazu, dass die Leute die Garantie auf ihre Geräte verlieren.

Apple kündigte vor einigen Tagen Pläne an, Entwicklern zu ermöglichen, Zahlungen außerhalb des App Stores zu akzeptieren, aber die ganze Klage gegen Epic Games geht weiter.

Helene Ebner

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