Die Schweiz und Israel haben die ersten Fälle von Affenpocken, zwei weitere in Deutschland

Aktualisierung: 21.05.2022 23:58
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Zürich/Berlin/Jerusalem – In der Schweiz ist der erste Fall von Affenpocken bestätigt worden. Deutschland meldet dann mindestens zwei neue Fälle in Berlin, berichtete Reuters heute. Israel meldete auch seinen ersten Fall, in dem das Gesundheitsministerium eine außerordentliche Sitzung einberief. Pocken sind eine seltene Viruserkrankung, die den Pocken ähnlich ist, aber normalerweise mit milderen Manifestationen.

Der erste Fall in der Schweiz stammt aus dem Kanton Bern, wo sich laut lokalen Behörden eine Person durch engen Körperkontakt im Ausland angesteckt hat. Der Infizierte suchte einen Arzt auf, weil er Fieber, einen Hautausschlag hatte und sich nicht gut fühlte. Der Patient wird zu Hause isoliert.

Deutschland meldete am Freitag den ersten Ausbruch in München. Heute hat er zwei weitere Fälle. Nach Angaben des Berliner Gesundheitsamtes dürften in den kommenden Tagen weitere hinzukommen. Ihm zufolge befinden sich die Patienten noch in einem stabilen Zustand.

Es gibt einen kranken 30-jährigen Mann in Israel, der gerade aus Westeuropa zurückgekehrt ist. Er hat leichte Symptome, wird aber ins Krankenhaus eingeliefert und isoliert. Das Gesundheitsministerium hat jeden, der Fieber oder Hautausschlag entwickelt, gebeten, zu einem Arztbesuch zurückzukehren.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bekannt gegeben, dass sie bisher Berichte über 92 bestätigte Fälle von Affenpocken und 28 Verdachtsfälle aus 12 Mitgliedstaaten erhalten hat, in denen die Krankheit zuvor noch nicht aufgetreten ist.

Aktuell ist der erste Fall von Affenpocken Anfang Mai in Großbritannien aufgetreten. Seitdem hat es sich auf mehrere europäische Länder ausgebreitet, darunter Portugal, Spanien, Schweden, Italien, Belgien, die Niederlande und Frankreich. Australien, Kanada und die Vereinigten Staaten melden ebenfalls eine Infektion.

In der Tschechischen Republik wurde noch kein Fall von Affenpocken bestätigt, aber das Staatliche Institut für öffentliche Gesundheit (SZÚ) hat vor einer Ausbreitung der Krankheit gewarnt. Er fügte jedoch hinzu, dass die Wahrscheinlichkeit, das Virus ohne Geschlechtsverkehr zu übertragen, gering sei.

Pocken wurden erstmals in den 1970er Jahren in der Demokratischen Republik Kongo gemeldet.Die Zahl der Fälle in Westafrika hat im letzten Jahrzehnt zugenommen. Zu den Symptomen der Krankheit gehören Fieber, Kopfschmerzen und ein Hautausschlag, der normalerweise zuerst im Gesicht auftritt und sich dann auf den Rest des Körpers ausbreitet.

Laut WHO wird das Virus durch engen Kontakt mit infiziertem Gewebe und Körperflüssigkeiten sowie durch Tröpfchen übertragen. Die Übertragung kann auch durch kontaminierte Materialien wie Bettwäsche erfolgen.

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Eckehard Steinmann

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