Krankenhausversorgung: Krankenhausreform: Zentralisierung kann Leben retten

Dies erfordert nicht nur modernste Operationstechnik, sondern auch gut ausgebildete Teams am OP-Tisch.

Foto: dpa/Matthias Leg

Die menschliche Bauchspeicheldrüse, auch Bauchspeicheldrüse genannt, wiegt nur 70 Gramm und ist 15 bis 20 Zentimeter lang. Das Organ kann sich auch schmerzhaft entzünden, bleibt aber meist unauffällig. Kritisch wird es jedoch, wenn sich an der Drüse ein Karzinom entwickelt. Diese Tumoren gehören zu den aggressivsten beim Menschen. Allerdings haben sich die Überlebenszeiten für alle Tumorstadien im vergangenen Jahrzehnt verdoppelt, wie Jens Werner diese Woche am Rande des 140. Deutschen Chirurgenkongresses in München berichtete.

Das ist eine gute Nachricht, auch wenn die Sterblichkeit im Zusammenhang mit Bauchspeicheldrüsenoperationen in Deutschland nach wie vor alarmierend ist: Zehn Prozent der Patienten sterben. „Diese hohe Sterblichkeitsrate ist darauf zurückzuführen, dass viele deutsche Kliniken nur wenige Bauchspeicheldrüsenoperationen durchführen“, sagt Werner. Die Eingriffe sind an 650 Kliniken in Deutschland geplant, von denen etwa 400 weniger als fünf Fälle pro Jahr abrechnen, obwohl die Leistung eine Mindestzahl von zehn Fällen pro Jahr hatte, die sich seit diesem Jahr verdoppelt hat. Tatsächlich sollten Kliniken für diese Eingriffe keine Gebühren mehr erheben oder sie durchführen, wenn sie unter dem erforderlichen Minimum liegen. Allerdings scheint die Anforderung relativ einfach zu umgehen zu sein.

Werden Patienten in einem Pankreaszentrum behandelt, liegt die Sterblichkeitsrate unter fünf Prozent. In Kliniken, die mehr als 50 Eingriffe pro Jahr durchführen, sinkt sie weiter auf 2-4 %.

Deshalb halten Werner und viele seiner Kollegen eine Zentralisierung für dringend geboten. Der Spezialist für chirurgische Onkologie begründet dies nicht nur damit, dass Chirurgen immer erfahrener in der Behandlung von Patienten werden. „Auch das gesamte Umfeld spielt eine wichtige Rolle: OP-Teams, Bereitschaftsärzte und Pflegekräfte. Für eine Bauchspeicheldrüsenoperation bräuchte man unter anderem eine gute Intensivstation und einen in der Klinik tätigen Radiologen. Dinge, muss für alle Eventualitäten gerüstet sein.

Das Thema Zentralisierung ist auch das Thema der anstehenden Krankenhausreform. Von einer Operation an der Bauchspeicheldrüse würden vor allem ältere und wirtschaftlich schwächere Patienten profitieren, glaubt Werner, aber auch diejenigen, die wichtige Informationen über das Gesundheitssystem nicht selbst finden können. „Ein 40-jähriger Privatversicherter findet den besten Experten in München, auch wenn er in Hamburg wohnt.“ Die meisten anderen Patienten würden von einer gleichmäßigen Verteilung spezialisierter Zentren im ganzen Land profitieren, was auch durch eine Krankenhausreform erreichbar ist.

Der gesamten Berufsgruppe gegenüber erklärt der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, Thomas Schmidt-Ricksen: „Leider hängt die Lebenserwartung der Betroffenen derzeit von der Wahl des Krankenhauses ab. Wenn es also darum geht zu wissen, welche Operationen in welcher Klinik angeboten werden, sollte die Qualität eine größere Rolle spielen. Chirurgen begrüßen daher die geplante Einteilung der Kliniken in Leistungsgruppen. Demnach können bestimmte Behandlungen künftig nur noch in dafür qualifizierten Heimen durchgeführt werden.

Das bisher von Interessenskonflikten und scharf gegensätzlichen Meinungen zum Reformvorhaben geprägte Reformverfahren scheiterte zunächst auch für die Mediziner. Sie tappten im Dunkeln über die Zusammensetzung der Regierungskommission, die über die Reform beraten sollte. Inzwischen hat hier zumindest das Gesundheitsministerium gegriffen. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) soll nun ihre Expertise in die Reform einbringen. Er vertritt 180 dieser Unternehmen, von denen wiederum 80 Ärzte vertreten, die eindeutig in Kliniken tätig sind.

Zehn chirurgische Fachgesellschaften haben sich auf die Eckpunkte der Reform geeinigt. Die Planung soll künftig nicht nur von Krankenhäusern, sondern unter Einbindung des Bereichs der ambulanten Versorgung erfolgen. Dies deutet darauf hin, dass Chirurgen offen für eine Reihe von Eingriffen sind, die ohne Krankenhausaufenthalt durchgeführt werden. Die Ärzte sind offensichtlich besorgt über die Finanzierung, da sie klare Kosten für die Bereitstellung (dh personelle Zahlungsstrukturen ohne die hier erbrachten Leistungen) und die Finanzierung dieser Leistungen selbst erwarten, ganz zu schweigen von den Investitionskosten. Alle Länder haben Schulden, die hierher gebracht werden müssen, obwohl es eine gesetzliche Verpflichtung gibt. Jahrzehntelange Unzulänglichkeiten haben zu finanziellen Ungleichgewichten in Krankenhäusern geführt und in der Folge die Versorgung untergraben, was zu Kosteneinsparungen geführt hat. Aktuell verschärft sich der Personalmangel: Immer mehr Ärzte und Pflegekräfte erreichen selbst das Rentenalter, gleichzeitig steigt die Zahl mehrfach erkrankter Hochbetagter. Dies ist einer der Gründe, warum eine ernsthafte Krankenhausreform nicht umgangen werden kann.

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Roswitha Pohl

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