Brasilien in der deutschen Presse (07/14) | Nachrichten und Analyse der wichtigsten Ereignisse in Brasilien | DW

SPIEGEL ONLINE: Unterstützung durch den Präsidenten vor Ort (13.07.)

Für Jair Bolsonaro läuft es nicht gut. Tausende Menschen demonstrieren in ganz Brasilien seit Wochen gegen den desaströsen Umgang ihrer Regierung mit der Pandemie, und in jüngster Zeit ist der Präsident zur Zielscheibe von Korruptionsermittlern geworden. Jetzt distanziert sich eine der wichtigsten Zeitungen Brasiliens von Bolsonaro.

Bolsonaro steht seit einiger Zeit unter Druck. Seine Einschätzung in Umfragen fällt weiter auseinander und die Unzufriedenheit mit dem Staatsoberhaupt hat laut einer Umfrage des Instituts Datafolha erstmals die 50-Prozent-Marke überschritten.

Die Zeitung fordert nun auch ein Amtsenthebungsverfahren. Der Bundesstaat São Paulo. Die Bedrohung von Institutionen und Demokratie, so die Zeitung in einem Leitartikel, müsse aufhören.

Beobachter machen sich zunehmend Sorgen, dass Bolsonaro das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr nicht anerkennen wird.

Und die Chancen, dass Bolsonaro tatsächlich angeklagt wird, sind gering.

MACHT ES: Ein Armenviertel erhebt sich wieder (12/07)

Die Pandemie ist eine Herausforderung für die ganze Welt, aber besonders groß ist sie für die Armenviertel Brasiliens. Paraisópolis ist ein Labyrinth. Schmale Backsteinhäuser, oft mehrere Stockwerke hoch, hintereinander. Soziale Distanzierung: Das ist hier unmöglich. Die Bewohner leben nebeneinander, es gibt kein fließendes Wasser, die Abwässer laufen in Bächen, es ist nass in den Gassen.

Genau hier wäre ein durchdachter Plan zur Bekämpfung der Pandemie notwendig gewesen. Aber die Behörden hatten keine. Umso überraschender sind die Daten: Paraisópolis hat bisher weniger als 60 Tote zu beklagen, und das bei einer Bevölkerung von 100.000.

Paraisópolis steht für den Erfolg der Bürgerinitiative. Niemand erwartete hier überhaupt einen Status. Brasilianische Slumbewohner haben gelernt, alleine zu überleben. In Krisenzeiten kann dies von Vorteil sein.

Zeit: Mehrheit verteidigt Amtsenthebung von Bolsonaro (11.07.)

In Brasilien spricht sich laut einer Umfrage erstmals die Mehrheit der Bevölkerung für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Jair Bolsonaro aus. Das Forschungsinstitut Datafolha berichtete, dass 54 % der Befragten die Änderung befürworten, während 42 % dagegen sind.

Bei der letzten Umfrage derselben Forscher im Mai war der Anteil von Befürwortern und Gegnern praktisch gleich. Schwere Ausbrüche von Coronavirus-Fällen schmälern die Popularität von Bolsonaro, der den Ernst der Lage immer wieder heruntergespielt hat. Kürzlich hat die Justiz Ermittlungen gegen den rechtspopulistischen Politiker im Zusammenhang mit angeblicher Korruption rund um den Kauf von Impfstoffen zugelassen.

rpr / ek (ots)

Baldric Schreiber

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