Apple und Epic Games werden gegen das Urteil Berufung einlegen. Der genau beobachtete Gebührenstreit ist kompliziert

Pyrrhussieg. Dies ist eine Zusammenfassung der jüngsten Klage zwischen Apple und Epic Games, die den Ursprung des Fortnite-Hits darstellt. Das Gericht gab den Klagen der Macher statt, allerdings nur teilweise – es stellte sich in vielen Punkten auf die Seite des US-Computergiganten.

Richterin Yvonne Gonzalez Rogers machte im vergangenen Monat klar, dass Apple einige Regeln für Entwickler lockern soll. Gleichzeitig sagte sie jedoch, der US-Computerriese sei nicht verpflichtet, Zahlungssysteme Dritter auf seinen Einrichtungen zu aktivieren, und könne eine Provision für getätigte Transaktionen erheben.

Die Gebührenfrage und die Möglichkeit alternativer Zahlungsmethoden auf iPhone und iPad steht im Mittelpunkt des gesamten Rechtsstreits. Das Gerichtsurteil vom Freitag ersetzt im Wesentlichen nur einen kritischen Teil der offiziellen App Store-Regeln, die es Entwicklern verbieten, Benutzer von anderen Orten zu beraten, an denen sie sich direkt an zahlende Entwickler wenden können, anstatt die Zahlungsmechanismen von Apple zu nutzen.

Dem Richter zufolge konnte das Epic-Games-Studio auch nicht beweisen, dass Apple ein illegales Monopol hatte. Ihr zufolge hat sich das Unternehmen nur wettbewerbsverzerrendes Verhalten nach kalifornischem Recht vorgenommen.

Apple will die Verordnung aufheben

Wie erwartet haben die Anwälte von Epic Games Berufung gegen das Urteil eingelegt. Es gab jedoch eine Zeit, in der Apple seinen Fall vor Gericht stellen konnte. Auch Vertreter des US-Computerriesen legten Berufung gegen das Urteil ein und forderten, dass die Anordnung von Richter Gonzalez Rogers bis zum Abschluss aller Gerichtsverfahren nicht gilt.

Laut Urteil konnte Apple mit Stand vom 9. Dezember Anwendungsentwicklern nicht verbieten, Benutzer in ihren Programmen auf andere Zahlungssysteme umzuleiten. Apple begründet seine Forderung damit, dass man mit einer vollständigen Aufhebung der Verordnung rechnet und deren Einführung im Dezember nicht nur Apple, sondern auch den Kunden schaden würde.

Der Streit brach letztes Jahr aus

Der Streit brach im vergangenen August aus, als das Management von Epic Games beschloss, ganz wahllos gegen die Vorwürfe zu protestieren. Nicht nur gegen Apple, sondern auch gegen Google.

Wenn Spiele oder andere Apps über offizielle Apple- und Google-Stores angeboten werden, berechnen beide Unternehmen 15 bis 30 Prozent Provision auf Transaktionen.

Illustrationsfoto

Foto: Dado Ruvic, Reuters

In Fortnite bot das Management von Epic Games den Spielern daher Mitte August eine alternative Zahlungsmethode an, mit der sie die virtuelle Währung V-Bucks, mit der Kleidung, Tänze und andere Ausrüstung gekauft werden, um 20 % günstiger kaufen können.

Die beiden Tech-Giganten reagierten sofort und entfernten Fortnite aus ihrem App Store und Google Play. Das Management von Epic Games hatte damit offensichtlich gerechnet und erstattete umgehend Anzeige gegen die beiden Unternehmen wegen Monopols auf dem Mobilfunkmarkt und Positionsmissbrauch.

Während Google damit ziemlich leicht durchgekommen ist, weil Fortnite problemlos über alternative Stores auf Android installiert werden kann, ist es mit der iOS-Plattform nicht so einfach. Im Grunde wird ein Jailbreak installiert, der die ansonsten eingeschränkten Funktionen von iOS freischaltet. Aber das führt dazu, dass die Leute die Garantie auf ihre Geräte verlieren.

Apple hat vor einigen Tagen Pläne angekündigt, Entwicklern die Annahme von Zahlungen außerhalb des App Stores zu ermöglichen, doch die ganze Klage gegen Epic Games geht weiter.

Baldric Schreiber

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